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„Da war eine Sehnsucht nach mehr"

07.10.2025

„Da war eine Sehnsucht nach mehr"

Wie ein Flyer im Leben von Ida zu einer entscheidenden Wende führte

Seit dem letzten Sommer hat sich in meinem Leben so ziemlich alles verändert - und ich würde sagen, die SMD ist „schuld" daran! Ich bin von ganzem Herzen dankbar, denn ich bin zum Glauben an Jesus Christus gekommen.

Eigentlich habe ich irgendwie schon immer ein bisschen geglaubt. Ich komme aus einem christlichen Elternhaus und hatte Phasen, in denen ich gebetet habe und gerne mal in den Gottesdienst gegangen bin. Dann gab es lange Phasen, in denen ich Gott einfach vergessen hatte, weil das Leben viel zu voll und zu schön war. Da war nie ein Bedürfnis nach Gott. Trotzdem habe ich seit der Pubertät ständig eine Sehnsucht in mir verspürt - doch wonach genau, das wusste ich nicht richtig.

Ein früherer Freund glaubte nicht an Gott und setzte sich schon als Teenager mit dem sogenannten „positiven Nihilismus" auseinander. Dahinter steht die Überzeugung, dass wir lediglich ein Produkt des Zufalls seien, dass nichts Sinn und Bedeutung habe, dass wir aus dem Nichts kämen und ins Nichts zurückkehrten - kurz: dass alles sinnlos sei. Gleichzeitig seien uns innerhalb unserer Lebensspanne keine Grenzen gesetzt. Diese Sichtweise leuchtete mir ein.

Dann fing ich an, mir Gedanken zu machen. Über unsere Zukunft, die Digitalisierung, KI und unsere Generation, die smartphonebedingte Isolation und Schnelligkeit, das ewige Streben und die Leere in allem. Das hat mich richtig umgetrieben! Eines Tages fiel mir das Buch „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ von Yuval Harari in die Hände. Ich habe es sehr genau gelesen und nicht, wie bei vielen Büchern, nach der Hälfte aufgehört. Denn das hier passte sehr zu meinen Fragen und Sorgen. Wie geht es weiter mit der Welt? Was kommt auf uns zu?

Harari schreibt sein Werk als Sachbuch - und doch, so urteilte eine Rezension treffend, präsentiert er seine philosophischen Deutungen als wissenschaftliche Fakten. Auch für mich klangen seine Ausführungen schlüssig. Der Mensch sei vollständig erklärbar, eine Summe aus biochemischen Prozessen und Wahrscheinlichkeitsberechnungen, ohne einen eigentlichen Kern. Was wir für Individualität hielten - geprägt durch Nationalität, Erziehung, Kultur, Religion oder Erfahrung - sei bloße Täuschung. Zugleich sei der Mensch vor allem ein Geschichtenerzähler. Religion etwa sei nichts anderes als ein solches Konstrukt: eine erfundene Geschichte, die Motivation und Sinn vermittelt, in Wahrheit aber leer bleibe.

Je weiter ich las, desto schwerer konnte ich aushalten, was er da schrieb! Auf einer Zugfahrt musste ich das Buch schließlich zur Seite legen - so sehr hatte es mich aufgewühlt. Tränen stiegen mir in die Augen, und in meiner Not rief ich meinen Vater an. Mein Leben schien auf einmal völlig entzaubert, lag kalt und leer vor mir. Und vor allem: gottlos.

Drei Wochen später drückte mir eine junge Frau vor der Mensa im Heidelberger Marstall einen Flyer in die Hand. Es war eine SMDlerin, und sie lud mich zu den Hochschultagen ein. Jeden Abend sollte es dort um eine der großen Fragen des Glaubens gehen. Das waren genau die Fragen, die schon lange in mir schlummerten, die ich aber immer wieder beiseitegeschoben hatte, weil sie mich verunsicherten. An diesem Tag fasste ich mir ein Herz und ging zum ersten Abend. Denn eigentlich hatte ich ja nichts mehr zu verlieren. Während des Vortrags spürte ich plötzlich: Da ist tatsächlich noch so viel mehr! Mir wurde bewusst, wie wenig ich bisher vom Glauben verstanden hatte. Auf einmal war da ein Hunger in mir - ein Verlangen nach Wahrheit und Tiefe. Seitdem lässt mich das nicht mehr los, ein neuer Weg hat begonnen. Ich habe mich einer Gemeinde angeschlossen und möchte Jesus Christus immer besser kennenlernen!

Ida, 23 Jahre alt, aus Verden (Aller), Zahnmedizin