Richtig neu: Thomas Hautzinger
Ich kann mich noch gut an meinen ersten SMD-Abend erinnern. Damals bin ich frisch von Karlsruhe nach Düsseldorf für das Medizinstudium gekommen und hatte noch keine Wohnung. Deshalb lebte ich zu dem Zeitpunkt in einem 6-Personen-Zimmer in einem Hostel und hatte keine eigene Küche. Bei der SMD wurde ich mit einer so großzügigen Portion Käsespätzle begrüßt, und konnte sogar eine Portion für den Heimweg mitnehmen. In den nächsten Jahren wurde die SMD ein Ort, an dem wir gemeinsam den Glauben geteilt haben und uns zusammen zum Gebet getroffen haben, auch wenn es auch Zeiten mit Herausforderungen im Studium gab.
Ein besonderes Highlight waren die Studententagungen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Mediziner (ACM). Durch einen Freund der SMD wurde ich eingeladen und war sofort begeistert: An meiner Uni hatte niemand so viel Leidenschaft für den Arztberuf wie diese Studenten! Und obendrauf lebten sie ihren Glauben authentisch – auch im Berufsalltag.
Wie die Zeit vergeht, endet auch das Studium schneller, als man erwartet. Ein Jahr vor Abschluss schrieb mich meine jetzige Vorgängerin, Lydia, an, ob ich ihre Halbzeitstelle als ACM-Studierendenreferent übernehmen wolle. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war mir sicher, dass ich für die Rolle im Allgemeinen keine gute Wahl wäre, und dass das sowieso nicht zu meinen Plänen passen würde. Trotzdem stimmte ich einem Gespräch zu, um ihr freundlich zu erklären, dass sie schonmal nach andere Leute suchen kann. Doch aus dem Gespräch wurde schnell eine Stunde, und die Gedanken ließen mich nicht mehr los.
Ich musste viel nachdenken: Was möchte ich nach dem Studium machen? Kann das eine Berufung sein? Ich war jedenfalls ‚berufen‘ – die Frage war nur, ob dieser Ruf von Menschen oder von Gott kam. Ich habe für mich gemerkt, dass Berufung ist, in eine Situation reingestellt zu werden, bei der man mit der Frage konfrontiert wird: Bist du bereit ja zu sagen?
Ich war es nicht sofort, aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr wurde daraus ein Wunsch. Nach drei Monaten sagte ich zu – mit einem Gefühl von Frieden und dem Vertrauen, dass Gott für mich sorgen wird. Natürlich birgt dieser Schritt ein Risiko: Womit fülle ich die restlichen 20 Stunden pro Woche? Finde ich eine Assistenzarztstelle in Teilzeit? Doch genau das ist die einmalige Chance, die man als Christ nicht verpassen möchte: Für seinen Glauben etwas aufs Spiel zu setzen. Eine Antwort auf alle Fragen habe ich noch nicht, da ich gerade meine Doktorarbeit beende, aber ich weiß: Gott wird für mich sorgen, und was er vorhat, ist mehr als ich jetzt sehe.
Doch auch wenn der große Überblick noch fehlt, sehe ich in den anstehenden Aufgaben bereits die ersten konkreten Aufgaben. Besonders freue mich auf die Arbeit mit den beiden ehrenamtlichen Teams, deren Mitglieder von Freiburg im Süden bis Lübeck im Norden verteilt sind. Ein Team leitet die jährliche ACM-Studententagung, mit ungefähr 200 Teilnehmern aus ganz Deutschland. Die Studenten inspirieren mich mit ihrem Fleiß, Zeit und Herzensblut, die sie in die Arbeit fließen lassen. Das zweite Team ist das Koordinationsteam - das kreative Herz hinter der ACM-Studentenarbeit, zuständig für die Gestaltung von kleineren Tagungen, Social Media, Online-Seminaren und vielem mehr!
Besonders am Herzen liegt mir dabei die Mission der ACM: Christen zu sein, die aus ihrem Glauben heraus das Gesundheitswesen inspirieren und verantwortungsvoll mitgestalten sowie in der Gesundheitsversorgung Gottes Liebe erfahrbar machen.